Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. (Valentin Thilo: ELKG 9 / EG 10)

„Macht Euch bereit!“ – so werden wir in zahlreichen Kirchenliedern in der Adventszeit aufgefordert. Tatsächlich geht es in der Adventszeit um unsere Vorbereitung auf das Kommen Gottes in diese Welt. Doch vorbereiten sollen wir uns nicht, indem wir die Weihnachtsdekoration vom Dachboden herausholen, Geschenke verpacken und Weihnachtsbäume aufstellen. All das kann uns vielleicht bei der Einstimmung auf Weihnachten helfen, doch viel wichtiger ist die Vorbereitung unserer Herzen. Gottes Sohn kommt zu uns in einer unscheinbaren Krippe und offenbart uns die Menschenfreundlichkeit und Liebe Gottes, des Vaters. So dürfen wir es bald wieder in der Weihnachtsgeschichte nach den Evangelisten Matthäus und Lukas hören und uns gleichzeitig daran erinnern lassen, dass Gott zu seinem Versprechen, uns Menschen zu erlösen, wirklich steht und eingreift, um uns für die Ewigkeit zu retten. Darauf ruht unsere Hoffnung, wenn uns der Lauf der Zeit wie eine Spirale unserem Herrn Christus entgegen führt, der von sich sagt: „Ich bin das A und O der Anfang und das Ende der da ist und der da war und der da kommt der Allmächtige.“ (Offb 1, 8)

Seine Ankunft als Herrscher und Richter dieser Welt steht zwar noch bevor, doch gilt es, darauf vorbereitet zu sein, auch über die Adventszeit hinaus. So dürfen wir uns in der vor uns liegenden Zeit tröstend an Gottes Menschwerdung um unsertwillen erinnern, und gleichzeitig voller Vorfreude und Hoffnung seinem Kommen entgegensehen. Denn in der Krippe ist für uns fassbar und begreifbar geworden, dass wir von Ihm voller Liebe ergriffen sind und dass wir Ihm als seine geliebten Kinder entgegen gehen.

Lassen wir uns in dieser Adventszeit den Ruf zur Umkehr ruhig zu Herzen gehen und dass wir erkennen, warum Christus auch für uns – für Dich und mich – Mensch geworden ist. So macht er unsere Herzen für seine Ankunft bereit. So umfassen wir auf unserem Weg zur Krippe das Kreuz des Herrn, durch das er uns würdig macht, ihm entgegenzusehen und –zugehen. Möge Christus in unsere Herzen einziehen, dass diese Adventszeit keine jährliche Wiederholung, sondern zu einem Neuanfang in unserem Leben wird.

Um des Kreuzes und der Krippe willen können wir uns wirklich freuen und vertrauensvoll in das Adventslied von Valentin Thilo einstimmen: „Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein.“

Eine besinnliche Adventszeit und ein fröhliches Weihnachtsfest wünscht

Ihr/Euer Pfarrvikar Tino Bahl

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